Die Zauberflöte ist keine Freimaurer-Oper

Gästeabend am 18.7.24

In neuem Ambiente – mit Tischgruppen anstelle einer Theaterbestuhlung und veränderter Beleuchtung – präsentierte Friedrich A. Fuß, als Kommunalpolitiker über Dortmund hinaus bekannt und selbst früher als Theaterregisseur tätig, seine These, dass die Oper (eigentlich „Singspiel“) Die Zauberflöte keine Freimaurer-Oper ist, allen anders lautenden Aussagen zum Trotz.

Als oberstes Argument führte Herr Fuß dabei die Rolle der Frau in der Oper an, die für das 18. Jahrhundert zwar typisch, aber heute völlig unangemessen ist.

Wohl sei die berühmte Hallen-Arie von freimaurerischem Geist geprägt, aber alles andere, inklusive der vermeintlichen Aufnahmehandlung in eine Loge, finde eben nicht statt. Sarastro etwa sei nicht der „Gute“, er halte sich Sklaven, angeführt vom „schwarzen“ Monostatos.

Einen Eingriff ins Libretto für mehr „political correctness“, wie er moderat auch in der neuen Inszenierung in Dortmund statfindet (wo Monostatos‘ Hautfarbe eben nicht mehr angesprochen wird) lehnt Herr Fuß allerdings ab.

Nach dem Vortrag entspann sich eine angeregte Diskussion.

Das Wikipedia-Universum: So funktioniert die größte Enzyklopädie der Menschheitsgeschichte

Erster Sommer-Gästeabend am 4.7.24

Nach dem Johannistag am 24. Juni gehen die Logen eigentlich in ihre Sommerpause. Im dritten Jahr in Folge nutzt die Loge Zur alten Linde diese Zeit für eine besondere Reihe, die sie Sommergästeabende nennt und die etwas informeller als die sonstigen Gästeabende im 14-Tages-Rhythmus veranstaltet werden.

Der neu gewählte Deputierte Meister der Loge, Joachim Pohlmann, übernahm die An- und Abmoderation der ersten dieser Veranstaltungen am Donnerstag, den 4. Juli 2024. Er begrüßte die mehr als 10 Gäste und zahlreich erschienenen Brüder und stellte den Gastredner, Bruder Dr. Thomas Roessing von der Dortmunder Loge Reinoldus zur Pflichttreue vor. Dr. Roessing ist selbstständiger Kommunikationswissenschaftler und als Berater, Dozent und Autor international tätig. Sein Thema war Wikipedia, die größte Enzyklopädie, die die Welt bisher hervorgebracht hat

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Joachim Pohlmann
Bruder Dr. Thomas Roessing

Viele Menschen lesen Wikipedia nicht nur, sondern tragen auch aktiv dazu bei. Dazu gehört nicht nur das Verfassen von neuen Artikeln, sondern auch, die bestehenden Texte zu überwachen und korrigierend einzugreifen, politische Tendenzen einzugrenzen und unflätige Texte zu löschen. Bei 3 Millionen deutschsprachiger Artikel und täglich unglaublich vielen Einträgen ein schier unmöglich erscheinendes Unterfangen.

Wikipedia ist bei wissenschaftlichen Themen als sehr verlässlich anzusehen. Bei politischen Fragestellungen oder z.B. Seiten über Firmen ist die Sache schwieriger. In beiden Fällen wird es immer Tendenzen und Versuche der Beeinflussung über Kommentare und Änderungen der Artikel geben. Werden Firmenseiten von deren Mitarbeitern verändert, spricht man von paid content (dann ist für den Inhalt bezahlt worden).

Die Zuhörer waren jedenfalls gebannt von dem sehr viel Kompetenz ausstrahlenden Vortrag, der bei schlichter optischer Aufarbeitung durch Ruhe und trockenen Humor zu überzeugen wusste. Die Resonanz war überaus positiv.

Aber, aber, aber…

Ausreden in Zeiten der Klimakrise aus Sicht eines Psychiaters und

Freimaurers

Gästeabend am 25.4.24

Der sehr gut besuchte Vortrag zum außerordentlichen Gästeabend „Aber, aber, aber …: Ausreden in Zeiten der Klimakrise aus Sicht eines Psychiaters und Freimaurers“ unseres Bruders Dr. Luc Turmes befasste sich mit dem Thema Klimakrise aus letztlich drei unterschiedlichen Perspektiven. 

Dr. Luc Turmes

Zunächst wurde eine bedeutende freimaurerische Sicht anhand der Forschungsergebnisse der Forschungsloge Quatuor Coronati beleuchtet am Beispiel des Aufsatzes „Alte Pflichten – Neue Pflichten“ des Freimaurers Hans-Hermann Höhmann, einem der bedeutenden Vordenker unserer Großloge, dargestellt. Noch deutlicher war Bruder Helmut Reinalter geworden, der neben vielen Anpassungen der „Alten Pflichten“ unter anderem auch die Bekämpfung der Klimakrise fordert. Der Aufsatz geht mit den in ihm postulierten Modifikationen noch erheblich weiter und bezieht viele Aufgaben zur Wahrung der Menschenwürde in seinen Katalog mit ein.

Im zweiten Teil widmete sich Dr. Turmes dem Forschungsstand der Psychiatrie und Psychologie zu den Auswirkungen von Klimaveränderungen auf die Psyche des Menschen. Nach aktuellem For-schungsstand führt das Ansteigen der Temperatur um 2° Celsius zu zusätzlich 525 Millionen Menschen mit moderater bis schwerer Ernährungsunsicherheit.

Gleichzeitig bedeutet jedes Grad Temperaturanstieg ein Wachstum von 1% an schweren psychiatrischen Erkrankungen. Für Deutschland mit einem Anstieg von derzeit 2°C bedeutet das eine Zunahme von 1,6 Millionen psychischen Erkrankungen.

Den dritten Teil bildeten dann unsere tagtäglichen Ausreden. Den meisten der anwesenden Brüder und Gäste kamen sicherlich einige davon aus der eigenen Gedankenwelt bekannt vor. Sie reichen von: „Aber ich esse doch nur Bio…“ über das „Zweifeln an der Wissenschaft“, die Schuldverlagerung auf die wachsende Weltbevölkerung bis hin zu unseren persönlichen Vorlieben wie Rauchen oder Reisen.

Alle hier aufgeführten Argumente führten zu einer langen, durchaus auch kontroversen Diskussion.

Ein sehr gelungener Abend!

Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung

Clubabend am 29.2.24

Der am „Schalttag“ auch von den Partnerinnen der Brüder gut besuchte Clubabend mit dem Vortrag von Bruder Hans-Joachim Pohlmann,, Rechtsanwalt und Notar, machte allen Anwesenden den Unterschied zwischen den beiden Willenserklärungen deutlich. Für Menschen, die ihren Willen nicht selbst artikulieren können oder zu keinen selbstbestimmten eindeutigen Entscheidungen mehr in der Lage sind, legt die Patientenverfügung den Umfang ärztlichen Handelns fest, während die Vorsorgevollmacht die Entscheidungen zu wirtschaftlichen oder sonstigen Fragen in die Hände vertrauenswürdiger Personen legt.

Zunächst erläuterte Bruder Pohlmann Sinn und Zweck der Vorsorgevollmacht. Das Betreuungsgericht ist verpflichtet eine(n) Betreuer:in zu bestellen, sollte ein betroffener Mensch niemandem eine Vollmacht erteilt haben. Dies ist immer dann sinnvoll, wenn jemand keine vertrauenswürdigen Personen im eigenen Umfeld kennt. Bei Ehepaaren sollte das Gericht den Ehepartner bestellen, wenn keine Gründe dagegen sprechen, selbst wenn keine Vorsorgevollmacht existiert. Eine notariell bestätigte Vorsorgevollmacht ist immer dann empfehlenswert, wenn Dinge von großem Wert existieren (z.B. Immobilien), weil der Betreuer / die Betreuerin in vollem Umfang über diese Werte verfügen und entscheiden kann. Bruder Pohlmann erläuterte dies sehr anschaulich anhand einiger eingängiger Beispiele.

Hans-Joachim Pohlmann
Wolfgang Lenz, Meister vom Stuhl

Die Patientenverfügung legt im Gegensatz dazu die Möglichkeiten ärztlichen Handelns fest, sollte jemand nicht mehr zu eigenständigen medizinischen Entscheidungen fähig sein. Die Verfügung legt den Zeitpunkt ihrer Gültigkeit fest. Hier seien beispielhaft der Sterbeprozess oder das Eintreten eines hoffnungslosen gesundheitlichen Zustandes genannt. Ob diese Situation eingetreten ist, wird von ärztlicher Seite diagnostiziert. Außerdem legt die Verfügung noch den individuell gewünschten Behandlungsrahmen nach Eintritt der Zwangslage fest.

Dies ist eine sehr persönliche Entscheidung mit einer Vielzahl unterschiedlicher Möglichkeiten. Ob ein Mensch so lange am Leben gehalten werden möchte, wie es geht, oder ob er nur Pflege oder Schmerztherapie ohne zusätzliche lebenserhaltende Maßnahmen wünscht, sollte jeder für sich selbst festlegen. Eine potentielle Organspende kann die Fortsetzung lebenserhaltender Maßnahmen notwendig machen, selbst wenn sie temporär der Patientenverfügung widersprechen.

Es entwickelte sich anschließend ein lebhafter Austausch von Fragen und Meinungen, in der neben manchem Einzelbeispiel auch einige persönliche Punkte geklärt werden konnten.

Weiterführende Informationen stehen zum Beispiel bei der Bundesärztekammer zur Verfügung.

Rückschau Vortrag „Stark gegen Krebs“

15. Februar 2024

Rund 40-50 Teilnehmer kamen zum Gästeabend der Loge Zur alten Linde am 15. Februar, um dem äußerst lebhaften Vortrag von Dr. med. Bernd Schmude aus Frankfurt zu lauschen.

Dr. Schmude ist Schulmediziner, glaubt aber aus eigener Erfahrung, dass komplementäre Ansätze zur Stärkung des Immunsystems kolossal wichtig sind. Er selbst hatte Ende der 1990er Jahre eine Krebsdiagnose mit einer prognostizierten Lebenserwartung von noch drei Jahren bekommen. Er hat sich da heraus gekämpft, mit Optimismus, einem sehr starken Überlebenswillen und sicherlich auch Glück. Seitdem zieht er durchs Land und macht den Menschen Mut.

Eine positive, optimistische Lebenseinstellung, Bewegung (intensives Spazierengehen genüge bereits), bewusstes Essen ohne Selbstkasteiung und sogar Genuss in Maßen seien die besten Voraussetzungen, dass das Immunsystem des Körpers auch mit Krebszellen, die jeder Mensch durch „Programmierfehler“ immer wieder produziert, fertig wird. Dr. Schmude schloss mit der Feststellung, dass Lachen und auch schon nur Lächeln extrem förderlich sind.

Rückschau „Im Gespräch mit…“

Halböffentliche Veranstaltung der Loge Zur alten Linde am Sonntag, 21.1.24, 10:30 Uhr

Knapp 60 Zuhörer folgten unserer Einladung zur ersten Veranstaltung der neu aufgelegten Reihe „Im Gespräch mit…“, die zum letzten Mal vor rund 25 Jahren mit dem damaligen Oberbürgermeister Langemeyer, damals noch im 18. Stock des Harenberg City Centers, stattgefunden hatte.

Um 10:45 Uhr eröffnete der „Altstuhlmeister“ Arnim Schneider in Vertretung des erkrankten Wolfgang Lenz die Veranstaltung, begrüßte die Anwesenden und stellte die Gesprächsteilnehmer vor.

Polizeipräsident Gregor Lange war als erster unserer Einladung gefolgt. 75 Minuten stellte er sich den Fragen von zwei Brüdern. In einem sehr angenehmen Gesprächsklima ging es um die Herausforderungen, denen sich die Polizei in einer sich stark ändernden Welt stellen muss, aber auch um das Demokratieverständnis des Polizeipräsidenten. Er führte aus, dass vornehmste Aufgabe der Polizei tatsächlich die Verteidigung der Freiheitsrechte von uns allen ist. Gregor Lange verwies auf die Erfolge der Polizei in den letzten zehn Jahren, so ist die Zahl der registrierten Straftaten in diesem Zeitraum um 30% zurückgegangen.

Im Gespräch mit Polizeipräsident Gregor Lange

Sonntag, 21.1.24, 10:30 Uhr

Durch die Verlegung unseres Neujahrsempfangs in den August ist im Januar eine Vakanz entstanden, die wir durch das Wiederaufleben-Lassen einer früheren Veranstaltungsreihe schließen.

Im Rahmen dieser wieder neu aufgelegten Reihe Im Gespräch mit… wollen wir Bürgerinnen oder Bürger unserer Stadt zu Wort kommen lassen, die etwas bewegen – in der Politik, der Wirtschaft, der Kultur, dem Sports, den Religionen.

Am 21. Januar begrüßen wir dazu unseren Polizeipräsidenten Gregor Lange, der im 10. Jahr seiner Amtszeit ist. Seine Gesprächspartner werden neben unserem Vorsitzenden (dem „Meister vom Stuhl“) ein Stadtdirektor a.D. und ein Unternehmer und Buchautor aus Dortmund sein.

Poesie und Musik zum Jahresauftakt – Maria de Buenos Aires

Dommerstag, 4. Jan. 2024, 19:00 Uhr

19:00 Uhr Sektempfang, Kanapées
20:00 Uhr Programm

Der Tango kommt aus den Slums, nicht vom Parkett. Wenn man das nicht mehr sieht oder spürt, dann ist er tot.“
Carmen Calderon

Wie nun schon seit etlichen Jahren lädt die Loge Zur alten Linde Schwestern, Brüder und Gäste zu ihrer Kulturveranstaltung Poesie und Musik zum Jahresauftakt in die Loge ein.

In diesem Jahr. ist das Programm außergewöhnlich: Von Astor Pianola wird die Tango Operita, wie er sie selbst bezeichnete, Maria de Buenos Aires in deutscher Sprache aufgeführt, die 2023 in Witten uraufgeführt worden war.

Vorweihnachtliche Jazz-Matinée

10. Dezember 2023 um 11 Uhr – Loge Zur alten Linde

Hervorgegangen aus der Tradition eines gemeinsamen, eher besinnlichen vorweihnachtlichen Essens veranstalten die Loge Zur alten Linde und ihre gleichnamige gemeinnützige Stiftung jedes Jahr im Dezember ein Kulturevent, bei dem einige der von der Stiftung geförderten Projekte vorgestellt werden und gemeinsam gegessen wird.

In diesem Jahr wird der Fokus besonders auf der Musik liegen. Nach dem großen Erfolg, das das Jazz-Trio bei unserem Neujahrsempfang hatte, haben wir uns entschlossen, dies – verstärkt noch um einen Schlagzeuger, erneut aufspielen zu lassen als Daniela Rothenburg Quartett in der Besetzung

Daniela Rothenburg Gesang
Benedikt Koester Piano
Eric Richards Bass
Schlagzeug Martin Siehoff

Das Catering erfolgt durch Kilimanjaro.

Brüder und ihre Partner:innen, unsere Gäste sowie Freunde und Bekannte sind herzlich eingeladen. Die Veranstaltung ist frei, aber wir freuen uns natürlich über jeden, der im Rahmen seiner Möglichkeiten etwas spendet. Wer dabei im Betreff seine Anschrift hinterlässt, erhält eine absetzbare Spendenbescheinigung.

Die Kontoverbindung lautet

Stiftung Zur alten Linde
Bank für Sozialwirtschaft, Essen
IBAN DE74 37020500 0001347100
BIC BFSWDE33XXXI