30. Neujahrsempfang

Sonntag, 25. Januar 2026

Fast 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten am Sonntag, den 25.01.2026, den immerhin schon 30. Neujahrsempfang der Loge Zur alten Linde. Festredner war dieses Mal mit Klaus Wegener der Präsident der Auslandsgesellschaft, der ein äußerst düsteres Bild der Zukunft Amerikas zeichnete.

Meister vom Stuhl Joachim Pohlmann führte sehr launig durch das Programm, zu dem Juan Carlos Arancibia und Anita Farkas als das Arie Dúo vier großartige Musikstücke beisteuerten.

Überraschungsgast war mit Alexander Kalouti der Oberbürgermeister der Stadt Dortmund. Dass ein OB „einfach nur so“ vorbeikommt, hat es – zumindest in der Loge – auch noch nicht gegeben. Völlig unprätentiös verzichtete er darauf, im Mittelpunkt zu stehen, und überließ die vorbereitete Grußansprache an seine Vertreterin, Bürgermeisterin Ute Mais.

Joachim Pohlmann (MvSt.)

Das „Arie Dúo“ sendete mit ihren wunderbaren Interpretationen einen schimmernden Hoffnungsstrahl in die Runde der Gäste und Brüder. Zwischen den einzelnen Rednerinnen und Rednern spielten sie eine vielfältige Mischung unterschiedlichster klassischer Stücke. Vor allem auch das für sie geschriebene „Pottpourie“ aus der „Fledermaus“ und das eigene Arrangement für Gitarre und Querflöte aus „Carmen“ hinterließen bei den Anwensenden Gänsehautgefühle.

Frau Mais überbrachte ihr Grußwort mit ebenso launigen wie bewegenden und freundlichen Worten, die letztlich zum eigentlichen Kernthema des Empfangs hinleiteten.
Mit Klaus Wegener hatte die Loge zum zweiten Mal den Präsidenten der Auslandsgesellschaft zu Gast, 30 Jahre zuvor war es Jürgen Alexander Fischer, Mitglied der Loge, der den Festvortrag gehalten hatte.

Herr Wegener hatte sich – frei formulierend – die Situation in Amerika zum Thema gemacht:

Wohin Trump(eln) wir – project 2025 und die Folgen.

Dieses Projekt ist auf über 900 Seiten von der Heritage Foundation, einer amerikanischen nationalistisch-konservativen Denkfabrik, entwickelt worden. Einer der Co-Autoren ist Stephen Miller, stellv. Stabschef im Weißen Haus. Es sieht im Prinzip vor, die Exekutive, Legislative und Judikative so umzubauen, dass die USA dauerhaft von den Republikanern und einem praktisch allmächtigen Präsidenten geführt werden können. Die Schritte, die dazu bereits eingeleitet wurden, erinnern in ihrer Konsequenz und Skrupellosigkeit dabei durchaus an die Machtergreifung der Nazis in Deutschland 1933.

Die USA würden sich nur noch auf ihren engeren Machtbereich – im Wesentlichen Nord- und Südamerika – konzentrieren und sich aus allen anderen global-politischen Ver­pflich­tungen nach. und nach herauslösen, aus rund 60 internationalen Organisationen seien sie bereits ausgetreten, für USAid, eine Hilfsorganisation viel größer als das rote Kreuz, seien von heute auf morgen alle Mittel gestrichen worden.

Venezuela und der Griff nach Grönland seien die ersten Schritte zur Ausweitung des unmittelbaren Einflussbereiches, zu dem auch Kanada als dann 51. Bundesstaat gehören würde.

Wegener: „Wir erleben das, was Trump tut, als erratisch. Aber das ist es nicht. All seinen Handlungen liegt dieses Projekt zugrunde. Und das Mittel, das angewandt wird, ist: ‚Flooding the zone with shit‘.“ Jeden Tag werde eine neue Sau durchs Dorf getrieben und in all den widersprüchlichen und merkwürdigen Aussagen gehen die wahren Ziele, die tatsächlichen Absichten, die Strategie ein wenig unter. Man sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. „Epstein-Akten, Venezuela – all die relevanten Nachrichten gehen unter, weil wir über Grönland reden. Sehr angenehm für den Präsidenten“, so Wegener. Mit dem ‚Trump Derangement Syndrome‘ existiere heute sogar eine offizielle Krankheit – Kritik am Präsidenten sei damit nicht mehr legitim, sondern behandlungsbedürftig.

Und weiter: „Ganz schlimm: Das Bildungsministerium ist abgeschafft. Die ICE-Agenten sind für mich wie die Stasi früher in der DDR, anders kann ich das wirklich nicht mehr bezeichnen. Die Auslandsgesellschaft organisiert seit 44 Jahren das Austauschprogramm mit Dortmunder Schulen, im vergangenen Jahr ist es ins Wasser gefallen, weil uns amerikanische Gasteltern, die wir seit vielen Jahren kennen, gesagt haben: ‚Ja, wir kennen uns lange – aber es passt nicht mehr in die politische Landschaft, dass wir hier ausländische Schüler aufnehmen.‘ Worüber reden wir hier? Zugleich haben Eltern in Deutschland Angst, dass ihre Kinder Probleme bekommen.“

Und die Reaktionen im Land? Angst, Sprachlosigkeit, Wegducken. Ein Auflehnen der Demokraten sei bislang nicht wirklich zu beobachten. Herr Wegener nahm uns auch den Glauben und die Hoffnung, mit dem nächsten Präsidenten würde das alles wieder besser werden. Seine klare Prognose: nein. Warum auch sollte ein künftiger Präsident seine neu gewonnene Macht selbst wieder beschneiden?

Selbst eine dritte Amtszeit von Donald Trump, die seit den Zeiten Roosevelts verfassungsseitig ausgeschlossen ist, hält er für möglich. Trump würde das im Prinzip durch den Einsatz der Nationalgarde, wie er sie heute schon in einigen Großstädten einsetzt, und dem Argument eines latenten Bürgerkriegs in den betroffenen Bundesstaaten durchsetzen.

Der Vortrag ging allen Anwesenden tief unter die Haut. Der Meister vom Stuhl überreichte Herrn Wegener als Dank das Bild der Einladung, das der Fotodesigner Christian Strupp wieder in unnachahmlicher Art entworfen und umgesetzt hatte. Es zeigt den Fußabdruck Trumps auf Artikel 1 der amerikanischen Verfassung – We the People…

Viele der Teilnehmer blieben im Anschluss noch beisammen, um bei Currywurst und Falafel das Gehörte zu verarbeiten.

29. Neujahrsempfang 2025

Nur wenige Monate nach dem letzten Jahresempfang der Loge Zur alten Linde im August luden wir, zu alten Tradition zurückkehrend, zu unserem 29. Neujahrsempfang am 2. Februar in den Westfälischen Industrieklub Dortmund ein. Etwa 200 Personen aus Dortmund und Umgebung folgten dieser Einladung.

Festrednerin des Sonntagvormittags – in der langen Geschichte der Empfänge der Loge erst die zweite Frau – war Desiree Wendenburg, Referentin beim Landesamt für Verfassungsschutz des Landes NRW.

„Die Bedrohung ist allgegenwärtig –
Spionage, Sabotage, Cyberangriffe“

lautete der Titel ihres Vortrags, in dem sie die Bedrohungslage, die jeden von uns betrifft und die seit dem Ukrainekrieg deutlich an Bedeutung gewonnen hat, skizierte.

Nach dem üblichen Smalltalk an Stehtischen eröffnete der Vorsitzende unserer Loge, der Meister vom Stuhl Wolfgang Lenz, mit dem Entzünden einer auf einer Säule stehenden Kerze den Empfang im 170. Jahr des Bestehens der Loge.

Er hieß die Anwesenden, insbesondere aber den stellvertretenden Oberbürgermeister Dortmunds, Herrn Norbert Schilff, herzlich willkommen. Dieser ging in seinem Grußwort auf die Bedeutung der Ideale der Freimaurerei – Menschenliebe, Toleranz und Brüderlichkeit, Einstehen für Meinungsfreiheit, das Streben nach Verbesserung seiner selbst – für unsere Gesellschaft ein.

In ihrem Festvortrag grenzte Frau Wendenburg zunächst die in Deutschland aktiven nationalen Geheimdienste gegeneinander ab. Während der BND ausschließlich für das Ausland und der MAD für die Bundeswehr zuständig ist, obliegt es dem Verfassungsschutz, im Inland die politische und wirtschaftliche Bedrohung durch die unterschiedlichsten Akteure zu beobachten und Schaden von unserer Demokratie abzuwenden. Der Schutz unserer Verfassung obliegt den Bundesländern, das Bundesamt für Verfassungsschutz beschränkt sich hauptsächlich auf koordinative Tätigkeiten.

Die Bedrohungen sind in diesem Zusammenhang extrem vielfältig. So konnte Frau Wendenburg anhand des „Honeypot-Systems” der Telekom veranschaulichen, dass alleine die versuchte Cyberkriminalität auf diesen Systemen pro Minute bei ca. 37.000 Vorfällen liegt. Mit einer großen Zahl weiterer Beispiele und möglicher Bedrohungsszenarien gab die Referentin einen guten Überblick über die sich beständig ändernde Gefährdungslage insbesondere in ihrem Fachgebiet, der Wirtschaftsspionage. Mit Hinweisen auf Beratungsmöglichkeiten durch den Verfassungsschutz kam sie zu einem versöhnlichen Ausklang.

Der Meister vom Stuhl bedankte sich bei Frau Wendenburg mit einer der Arbeiten des Fotodesigners Christian Strupp.

Die musikalische Umrahmung bildete das Duo Karim Al Assia (Keyboard) und Martin Staubach (Trompete) mit Jazzklängen, die das Publikum begeisterten.

Im Anschluss gab es einen Stehempfang mit Currywurst und Falafel.

28. Neujahrsempfang 2024

Zum mittlerweile 28. Mal lud die Loge Zur alten Linde zu ihrem Neujahrsempfang, zum zweiten Mal im August, um damit der freimaurerischen Tradition des „Maurerjahres“ gerecht zu werden, das am 24. Juni wechselt, aber mit einer Sommerpause bis Ende August beginnt.

Über 100 Teilnehmer hatten sich eingefunden, prominentester Gast war sicherlich der Dortmunder Kammerschauspieler Claus-Dieter Clausnitzer, bekannt aus dem Münsteraner Tatort.

Aus Münster kam auch der Festredner des Vormittags, der von Wolfgang Lenz, dem vorsitzenden „Meister vom Stuhl“ der Dortmunder Loge begrüßt und vorgestellt wurde. Prof. Dr.-Ing. Goerke-Mallet war viele Jahre Chef-Markscheider der nördlichsten Zeche Deutschlands in Ibbenbüren und ist seit über 10 Jahren mit Lehraufträgen in Münster und Bochum zum Nachbergbau betraut.

Er begann seinen Vortrag mit einem Zitat von Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW, der zufolge das Land bis 2043 immerhin 20% des Wärmebedarfs aus Geothermie gewonnen werden soll.

Für die Nutzung von Geothermie bedarf es Bohrungen, die immer mit gewissen Risiken verbunden sind. Mit dem Ruhrbergbau kann das Land aber auf schier unerschöpfliches Wissen und Erfahrungen im Thema Erdbohrungen zurückgreifen.

Die Geschichte der Geothermie ist lang: Bereits die Römer nutzten Geothermie in ihren Badehäusern, um 1300 gab es in Frankreich bereits ein Fernwärmesystem und und ein erstes Geothermiekraftwerk gab es Anfang des 20. Jahrhunderts in Italien. Aktuell speist warmes Grubenwasser aus der Zeche Dannenbaum in Bochum ein ein Niedertemperaturnetz.

Prof. Goerke-Mallet führte aus, dass Geothermie unerschöpflich und klimaschonend, dazu fast überall verfügbar ist, Wärme, Kälte und auch Strom liefern kann, ganzjährig rund um die Uhr verfügbar und sachgerecht genutzt unbedenklich für Boden und Grundwasser ist.

Im April 2024 stellte Ministerin Neubaur den „Masterplan Geothermie NRW“ vor, der den Fahrplan bis 2043 und darüber hinaus aufzeigt.

Auch die Risiken der Geothermie führte der Referent aus. Wie aus dem Bergbau bekannt, kann es zu Seismizität und Bodenbewegungen kommen und das Grundwasser (das aber kein Trinkwasser sein muss) kann beeinträchtigt werden, zudem sind die Erschließungskosten vergleichsweise hoch. Er schloss mit der Feststellung, dass die Dekarbonisierung unserer Gesellschaft alternative Energieformen unumgänglich macht und dass eine gute Kommunikation (an der es seitens Bundes- und Landesregierungen häufig gemangelt hat, Anm. des Verfassers), unerlässlich ist zur Schaffung der erforderlichen Akzeptanz.

Wolfgang Lenz wies zum Abschluss auf die kommenden Veranstaltungen der Loge für Gäste hin:

12. September. Ein Vortrag für Damen und Herren über Freimaurerei und Musik von Prof. Ekhart Wycik, Referent des vorjährigen Neujahrsempfangs.

3. November: „Im Gespräch mit…“, zu Gast wird Dr. Anton Daubner, international renommierter Experte für alternative Energiegewinnung sein, die Loge vertieft das Thema weiter.

Überaus virtuos spielte Nina Aristova im kulturellen Rahmenprogramm Musik aus berühmten Filmen des 20. Jahrhunderts.

Rund 60 Teilnehmer trafen sich im Anschluss im Restaurant Mama Mia und rundeten einen gelungenen Empfang ab.

Übersicht der Neujahrsempfänge

Nr.JahrOrtReferent + Thema
11995LogeProf. Dr. Hans-Hermann Höhmann, Bundesinstitut für ostwissenschaftliche und internationale Studien, Köln: „Chaos oder neue Ordnung? Politische und ökonomische Perspektiven Russlands”
21996LogeJürgen Alexander Fischer, Präsident der Auslandsgesellschaft Nordrhein-Westfalen: „Für eine Welt – Humanität und Toleranz: Die Auslandsgesellschaft Nordrhein-Westfalen”
31997HCCRüdiger OppersStudioleiter des WDR in Köln (heute Pressesprecher der ARD): „Menschen Mächte, Medien“
41998HCCHofrat Prof. Dr. Anton Neumayr, Wien, Mediziner, Konzertpianist, internat. Buchautor: „Musica et Humanitas“, u.a. mit einem Mozart-Stück am Flügel
51999HCCAlexander Opitz, Baden-Baden, Schauspieler, liest Tucholsky, dazu Barbershop-Musik von Ladies First
62000HCCOtmar Alt, Maler und Grafiker: „Kunst heißt ein Zeichen setzen“
72001HCCProf. Dr. Hans-Hermann Höhmann, Universität zu Köln und Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen: „Russland zwischen Reform und Reaktion – eine Zwischenbilanz der Präsidentschaft Putin”
82002HCCPrivatdozent Dr. phil. habil. Klaus-Jürgen Grün: „Verteidigung des Menschen angesichts des Bösen in der Welt”
92003HCCProf. Dr. Otfried Dascher, Dortmund, ad hoc für Ex-RTL-Chef Prof. Dr. H. Thoma
102004HCCProf. Dr. Christoph M. Schmidt, Ph.D., Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung: „Einwanderungsland Deutschland – Die ökonomische und gesellschaftliche Integration von Zuwanderern – Bestandsaufnahme und Ausblick“
112005HCCDr. Winfried Materna, Unternehmer, ehem. Präsident der IHK Dortmund: „Dortmund im Umbruch – eine Region hat sich ins Siegen verliebt“
122006HCCMax Schautzer: „Rock’n Roll im Kopf und Walzer in den Beinen – 50+, die neue Power-Generation“
132007HCCIngo Dannhorn, Pianist, München, 
Claus Dieter Clausnitzer, Kammerschauspieler, Dortmund: 
„Musik die man Gernhardt“
142008HCCClaudia Felke, Koblenz, Sopran, Bernhard Epstein, Pianist, Stuttgart: 
„Jawoll, meine Herren!“ – Musik aus den Goldenen Zwanzigern
152009HCCPrivatdozent Dr. phil. habil. Klaus-Jürgen Grün: 
„Ethik – nichts für Moralapostel“
162010HCCMax Schautzer, Klaus-Jürgen Grün
Auftaktveranstaltung zu „Freimaurer Ruhr 2010 – Kulturhauptstadt“
172011HCCDr. Thomas Schürrle, Debevoise & Plimpton, Frankfurt, „Paradigmenwechsel in der deutschen Industrie – jüngere Korruptions-fälle und ihre Konsequenzen“
182012HCCProf. Dr. Christoph M. Schmidt, Ph.D., Präsident des Rheinisch-Westfälischen, Wirtschaftsweiser, „Verantwortung für EUROPA übernehmen“
192013HCCFranz Müntefering, ehem. Vizekanzler, MdB: „Wir werden weniger, älter und bunter, … – daraus lässt sich etwas Gutes machen“
202014HCCCarmen Thomas, ehem. WDR: „Die eigene Wirkung entdecken – auf neuen Wegen zum Baum der Erkenntnis
212015HCCClaus-Dieter Clausnitzer (Kammerschauspieler Stadt Do.), 
Arthur Falkenrath (Bass), Heinz Klaas, Klavier: 
„Wunderhorn“, Texte und Lieder
222016WIKAugustus Vindelicorum (pseud.), Zürich: „Der gläserne Mensch und die Macht der Technologie“, 
Musik von zwei syrischen Asylanten
232017WIKJens Oberheide, Alt-Großmeister: „300 Jahre Freimaurerei: Geisteshaltung – oder: Warum Kultur stärker ist als Gewalt“Musik: Lieder aus der Romantik und Neuzeit
242018WIKProf. Ekhart Wycik, Professor für Dirigieren an der Musikhochschule Franz Liszt in Weimar, ehem. stellv. GMD in Dortmund: 
„Die Gesellschaft, die Angst – und ich?”
252019WIKUllrich Sierau, OB Dortmund: 25 Jahre Neujahrsempfang – 25 Jahre Dortmund: Eine Stadt erfindet sich neu“
262020WIKProf. Dr. Georg Juckel, ärztlicher Direktor des LWL-Universitätsklinikums Bochum: „Seele und Tod: Wie wir mit der Angst umgehen“ – Musik: Bachchor an St. Reinoldi
2021Keine Veranstaltung wegen der Covid19-Pandemie
2022Keine Veranstaltung wegen der Covid19-Pandemie
272023WIKProf. Ekhart Wycik, Professor für Dirigieren an der Musikhochschule FRANZ LISZT Weimar: „Arbeitswelt, KI und die Relevanz der Humanität. Menschsein in einer immer technisierteren Welt.” Musik: Daniela Rothenburg Trio
282024WIKProf. Dr.-Ing. Peter Goerke-Mallet, Honorarprofessor an der Technischen Hochschule Georg Agricola in Bochum: „Nach dem Ende des Steinkohlenbergbaus im Ruhrgebiet: Chancen und Risiken der Nutzung des geothermischen Potentials.” – Musik: Berühmte Filmmusiken mit Nina Aristova
292025WIKDesiree Wendenburg, Landesamt für Verfassungsschutz NRW: „Die Bedrohung ist allgegenwärtig – Spionage, Sabotage, Cyberangriffe.
Musik: Martin Staubach Combo

HCC – Harenberg City Center Dortmund

WIK – Westfälischer Industrieklub Dortmund

27. Neujahrsempfang 2023

Die Freimaurer beenden ihre Treffen um den 24. Juni herum, den Johannistag, Johannes der Täufer war und ist der Schutzpatron der Bauleute. Sie nehmen ihre „Arbeit“ wieder auf nach einer zweimonatigen Sommerpause, beginnen das neue Jahr.

Umrahmt wurde das Programm musikalisch vom glänzend aufspielenden Daniela Rothenburg Trio, bei dem Frau Rothenburg als Sängerin auftrat, begleitet von Benedikt Koester am Klavier und Eric Richards am Kontrabass.

Den Festvortrag hielt Prof. Ekhart Wycik von der europaweit renommierten Musikhochschule FRANZ LISZT in Weimar. Er ist den Dortmundern noch gut in Erinnerung als stellv. GMD am Opernhaus.

In einem nach Ansicht der Anwesenden großartigen Vortrag über das Menetekel unserer Zeit, die künstliche Intelligenz und ihre Auswirkungen auf die Arbeitswelt, machte er Mut. Er zeigte auf, dass Mensch und Natur in ganz vielem eben doch niemals durch Maschinen ersetzbar sein würden: Spontaneität, Kreativität, künstlerisches Wirken, Güte und Menschlichkeit und einfach die Lust daran, etwas Konstruktives zu tun.

„Ich hätte diesen Vortrag natürlich auch problemlos und viel effizienter mit ChatGPT – mit Künstlicher Intelligenz – schreiben können“, schloss Prof. Wycik, „– hab‘ ich aber nicht. Nur aus Freude – aus spielerischer Freude, diesen Vortrag selbst geschrieben zu haben. Das Gefühl dabei: unbeschreiblich.“

Prof. Ekhart Wycik hat seinen Vortrag für alle interessierten Menschen hier zur Verfügung gestellt.

26. Neujahrsempfang 2020

19. Januar 2020, Westfälischer Industrieklub Dortmund

Mit einem ganz besonderen Thema beschäftigte sich der 26. Neujahrsempfang der Loge Zur alten Linde. Eine wissenschaftliche Studie zur Angst vor dem Tod unter der Leitung von Prof. Dr. Georg Juckel, die mit Freimaurern und Freimaurerinnen einerseits und Mitgliedern des Dortmunder Bachchores andererseits durchgeführt wurde, war zu dem Ergebnis gekommen, dass Freimaurer signifikant weniger Angst vor dem Tod haben als die evangelisch geprägten Mitglieder des Bachchores. Prof. Juckel, selbst Psychiater, ging auf den Umgang des Menschen mit dem in unserer Gesellschaft eher tabuisierten Thema Todesangst ein. Der Titel seines Vortrags lautete

Seele und Angst – Wie wir mit dem Tod umgehen

Seine Themen:

  • Angst vor dem Tod und Sinnlosigkeit 
  • Realistische Bejahung der Endlichkeit 
  • Es gibt kaum eine systematische Auseinandersetzung mit dem Tod 
  • Seele, Tod und Krise 
  • Der Tod als Grenze und unwiderrufliches Ende 
  • Die Unmöglichkeit, uns das Ende unseres Bewusstseins vorzustellen 
  • Von der Angst zum „anthropologischen Trost“
  • Überwindung der Todesangst durch Relativierung des Selbst 
  • Weitere philosophische Aspekte der Angst vor dem Tod 
  • Ursprung der Angst vor dem Tod als Endlichkeitsangst

Der Veranstaltung wurde umrahmt von einigen Liedern, die der mit über 30 Mitgliedern angetretene Bachchor vortrug.

25. Neujahrsempfang 2019

27. Januar 2019 – Westfälischer Industrieklub Dortmund

Der 25. Neujahrsempfang der Loge Zur alten Linde hatte als Festredner den Oberbürgermeister der Stadt, Ulrich Sierau, eingeladen.

Nach der Einführung durch den Meister vom Stuhl, Harald Ulbrich, übernahm der Zugeordnete Großmeister der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, Rainer Koch, das Wort und sprach ein Grußwort im Auftrag des Großmeisters.

Ulrich Sierau, hörbar stolz auf das Erreichte, führte aus, wie vorbildlich Dortmund den Wandel von einem doch stark vom produzierenden Gewerbe geprägten Metropole hin zu einem Standort für Forschung und Technik und Firmen-Start-Ups gemeistert hat.

Den musikalischen Rahmen bildete das Arie Duo mit Anita Farkas, Querflöte, und Juan Carlos Arancibia Navarro, Gitarre.

Fast 250 Gäste erlebten einen interessanten und abwechslungsreichen Vormittag.

24. Neujahrsempfang 2018

Sonntag, 21. Januar 2018

Die Gesellschaft, die Angst – und ich?

Zum mittlerweile schon 24. Mal lud die Loge Zur alten Linde, eine der größten Freimaurerlogen Deutschlands, zu ihrem Neujahrsempfang. Mit Prof. Ekhart Wycik konnte ein Festredner gewonnen werden, der in Dortmund kein Unbekannter ist. Er war mehrjährig stellv. Generalmusikdirektor und hatte in der Zeit für ein Jahr die alleinige Verantwortung für den Dortmunder Musikbetrieb. Als Dirigent feierte er internationale Erfolge u.a. in Bozen, Edinburgh, Riga und Sarasota, Florida. Seit langem schon beschäftigt er sich mit der Verzahnung von Kultur und Gesellschaft. Heute ist er an einer der bedeutendsten Musikhochschulen in Europa Professor für Orchesterdirigieren.

Obwohl es uns in Deutschland objektiv besser geht als jemals zuvor, erzeugen die Risiken einer globalisierten Welt in vielen Bereichen der Gesellschaft Unsicherheit und Zukunftsangst. Gibt es einen Weg, als Einzelner dieser Tendenz zu begegnen – und welche Rolle können Kunst und Kultur dabei spielen? Unter dem Titel «Die Gesellschaft, die Angst – und ich?» ging Prof. Wycik dieser Frage in seinem bemerkenswerten Festvortrag nach.

Musikalisch wurde mit dem Duo Arie neues Terrain betreten. Juan Carlos Arancibia Navarro und seine Partnerin Anita Farkas spielen in 2018 bereits zehn Jahre zusammen klassische Gitarre und Querflöte. «Originelles und Originales für Flöte und Gitarre» nannten sie ihre drei Musikstücke, die das Publikum erfreuten.

Für alle die diesen aussergewöhnlichen Vortrag nachlesen möchten: Der nachfolgende Link stellt ihn als PDF zur Verfügung.


Die Gesellschaft, die Angst – und ich?

23. Neujahrsempfang 2017 – 300 Jahre Freimaurerei

Sonntag, den 22.01.2017 (ab 10:30 Uhr), in den Räumen des Westfälischen Industrieklubs

„Geisteshaltung oder Warum Kultur stärker ist als Gewalt“

23. Neujahrsempfang der Dortmunder Freimaurerloge

Im Jahre 1717 schlossen sich in London drei Logen zur ersten Großloge zusammen. So banal dies zunächst erscheint: Ohne diesen Zusammenschluss hätte die Freimaurerei, wie wir sie heute kennen, nicht ihren Siegeszug um die Welt antreten können. Somit begehen die Freimaurer auf der ganzen Welt in 2017 ihr 300-jähriges Bestehen.

Wir nehmen dies zum Anlass, den Festvortrag unseres Neujahrsempfangs einem Thema zu widmen, das uns Freimaurern besonders am Herzen liegt, indem der Referent der Frage nachgeht, welche Bedeutung der Kultur im Angesicht der Gewalt, wie wir sie tagtäglich in den Medien erleben, zukommt. Unser Referent, Jens Oberheide, war acht Jahre Großmeister unserer Großloge, also deren Bundesvorsitzender. Er ist ein glänzender Redner, ich darf Ihnen einen nachdenklichen und doch spannenden Vortrag versprechen. Seine Vita ist nachstehend wiedergegeben.

Bei einer Veranstlaltung zu 300 Jahren Freimaurerei darf ein Kurzporträt der Loge Zur alten Linde nicht fehlen. Dies wird Axel Pohlmann, ebenfalls Alt-Großmeister, übernehmen.

Auch musikalisch werden wir Sie überraschen, mit Liedern aus der Romantik (Schumann) einerseits, und Liedern aus dem 20. Jahrhundert wie „I Got Rhythm“ (Gershwin) „Ich bin von Kopf bis Fußauf Liebe eingestellt“ (Friedrich Holländer), „Bel ami“ (Theo Mackeben) und mehr andererseits. Es musizieren die Sängerin Ulrike Meyer-Krahmer (Mezzosopran) und Annette Strootmann am Flügel.

22. Neujahrsempfang 2016

Sonntag, 24. Januar 2016

Der gläserne Mensch und die Macht der Technologie“

Unser diesjähriger Neujahrsempfang, immerhin schon der 22., fand am Sonntag, den 24.01.2015, um 10:30 Uhr im Festsaal des Westfälischen Industrieklubs statt.

Der gläserne Mensch und die Macht der Technologie: Kann man sich der allumfassenden Überwachung in unserer digitalisierten, vernetzten Welt noch entziehen? Bedrohen Internet und Digitalisierung die Demokratie und Meinungsbildung? Beherrschen wir die Maschinen noch, oder beherrschen die Maschinen mittlerweile schon uns? Gibt es einen Algorithmus für Humanität? Wie wird das Internet die Welt weiter verändern? Diesen Fragen widmete sich auf dem Neujahrsempfang der Freimaurer ein hochrangiger Referent, der seine Identität mit dem Pseudonym „Augustus Vindelicorum“ schützt.

„Augustus Vindelicorum“ ist Sicherheitsberater von Firmen, Institutionen und Behörden. Er verfügt über langjährige Erfahrung im militärischen Nachrichtenwesen sowie in Technologie- und universitärer Politikberatung. Der Referent publiziert regelmäßig und zählt zu den führenden Experten bei den Themen CyberWar & Targeting.

Das musikalische Rahmenprogramm des Neujahrsempfangs gestalteten Rada Hanana (Klavier) und Saleh Katbeh (Laute). Beide Musiker stammen aus der syrischen Hauptstadt Damaskus, wo sie auch ihre musikalische Ausbildung erhielten. Beide leben heute in Weimar, wo sie ihre musikalische Ausbildung fortsetzen. Herr Katbeh studiert theoretische Musik an der Hochschule für Musik Franz Liszt.

Erstmals nach fast zwanzig Jahren fand der Empfang nicht mehr – wie gewohnt – im Harenberg City Center statt. Der neue Eigentümer hat sich entschieden, die Räumlichkeiten nicht mehr für Veranstaltungen anzubieten. Die Loge freut sich, mit dem Festsaal im Westfälischen Industrieklub am Alten Markt eine geeignete Alternative gefunden zu haben.