„Im Gespräch mit…“ am 31. Mai 2026
Als weltoffen und selbstkritisch, eloquent, reflektiert und äußerst sympathisch präsentierte sich Axel Jungk, zweimaliger Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 2022 und 2026, bei der Veranstaltungsreihe „Im Gespräch mit…“ der Loge Zur alten Linde.
Und nein, trotz des Zitats in der Überschrift, das sich auf seinen Umgang mit den Konkurrenten bezog, ist er kein Freimaurer, aber es wäre eines Freimaurers würdig!
1991 im Erzgebirge geboren, stand Axel Jungk schon mit 2 Jahren auf Skiern, begann mit vier Jahren das Skispringen und brachte es bis zum sächsischen Jugendmeister darin. Seine Größe machte seinem Plan, das Skispringen weiterzuverfolgen, zunichte.
Er wechselte zum Skeleton und war dort überaus erfolgreich, brachte es bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen mehrfach zur Silbermedaille, in der Mannschaftsdisziplin auch zu Gold.
Bundeswehr, Länder- und Bundespolizei sind im Wettstreit darum, Spitzensportler in ihren Reihen zu haben, die für ihren Sport freigestellt werden. Axel Jungk ist Bundespolizist, der einmal pro Jahr zu einem Lehrgang, u.a. mit Schießtraining, fahren muss, ansonsten aber frei über seine Zeit verfügen kann.
Umrahmt von der sehr launigen An- und Abmoderation des vorsitzenden Meisters vom Stuhl der Loge, Joachim Pohlmann, waren Jan Pogadl und Martin Staubach als souveräne Interviewer tätig, die mit ihren Fragen und den spannenden Antworten das Ganze zu einem mitreißenden Vormittag machten.
Der Skeleton-Schlitten ist ein Wunder an Ingenieurskunst mit 38 kg Gewicht (Fahrer und Schlitten zusammen dürfen 120 kg nicht überschreiten), in den jedes Jahr aufs Neue sehr viel Entwicklungs- und Detailarbeit gesteckt wird, die zu Änderungen führen, die dann im Folgejahr im Reglement wieder verboten werden, wie auch die Änderung des Anzugs 2022 („Drachenschultern“).
Beim Training ist der Athlet weitgehend selbstbestimmt, er darf nur geringe Brustmuskeln haben, um den Windwiderstand gering zu halten, und sehr viel Schnellkraft trainieren, ganz wie ein Sprinter, aber unter erschwerten Bedingungen wegen der gebückten Haltung beim Anlauf.
Axel Jungk erläuterte am Schlitten die Feinheiten des Steuerns mit den Knien, durch Verziehen der Schulter und durch die Veränderung der Kopfhaltung, wobei der Kopf bei den hohen Geschwindigkeiten (bis über 140 km/h) durch die g-Kräfte ständig auf das Eis aufschlägt. Steuern mit den Füßen wird weitestgehend vermieden, da es den Schlitten zu sehr abbremst.
Unser Gast erläuterte die physischen und psychischen Belastungen, denen man als Einzelkämpfer im Spitzensport ausgesetzt ist. Die körperlichen Belastungen ständig an die Grenzen des Machbaren zu bringen, sei einfach nicht gesund, und der Stress, dem man sich aussetze, sei schon gewaltig groß.
Schon im Vorgespräch hatte er anklingen lassen, dass ihm die politische Situation in Sachsen nicht geheuer und eigentlich, angesichts des guten Schulsystems, auch eher schleierhaft sei. So überraschte es dann nicht mehr, dass er in einer der Schnellfragerunden à la Maischberger die Frage „Borussia Dortmund oder Dynamo Dresden“ zugunsten des BVB beantwortete.
Das Feedback aus der Zuhörerschaft war überaus positiv, die 90 Minuten gingen wie im Flug vorbei.
Die Loge wird diese Veranstaltungsform im Herbst fortsetzen.





















