Im Gespräch mit… – Stadtdirektor Jörg Stüdemann
16. November 2025
Über 70 interessierte Damen und Herren waren am Sonntag, den 16.11.25, erschienen, um unserer in unregelmäßiger Reihenfolge stattfindenden Runde „Im Gespräch mit…“ beizuwohnen.
Nachdem der Vorsitzende der Loge, der Meister vom Stuhl, Herrn Stüdemann als Urgestein der Dortmunder Stadtspitze launig vorgestellt und begrüßt hatte – die beiden kennen und schätzen sich schon seit Jahren insbesondere aus dem Kulturausschuss –, nahm dieser auf dem Meisterstuhl zwischen den beiden Brüdern Hardy S. (wir respektieren den Wunsch eines Bruders nach Anonymität in der Öffentlichkeit) und dem Journalisten Dirk Planert Platz, die die Gesprächsführung übernahmen.
Rasch entspann sich ein sehr interessantes Gespräch, bei dem die Zuhörer unserem Gast regelrecht an den Lippen hingen.
Herr Stüdemann präsentierte sich als ein Kulturpolitiker, wie man sich ihn nicht besser vorstellen kann. Sachkundig auch im Detail, sowohl in den angesprochenen Kulturfragen als auch in Themen des überaus komplexen Haushalts einer Großstadt, war er wortgewaltig, dabei nicht aus der Ruhe zu bringen, eloquent und schlagfertig.
Die Themen waren breit gestreut So wurde Persönliches gefragt, etwa, ob er das Lehrerstudium als die richtige Voraussetzung für sein Berufsleben empfand. Er bejahte das, weil die Germanistik ihn auf das Literaturverständnis und damit einen Teil der Kunst vorbereitet habe, und er in Sozialwissenschaften den Schwerpunkt Wirtschaft belegt hatte.
Im Kulturbereich hob er darauf ab, dass die Städte im Ruhrgebiet und im Norden relativ am Gesamthaushalt mit unter 5% deutlich weniger für die Kultur ausgäben als die Städte im Süden.
Zudem verteidigte er die Höhe der Kulturausgaben mit dem Hinweis darauf, dass in den vergangenen Jahrhunderten
für die Entwicklung des Kulturell-Geistigen durch den Bau von Kirchen und Klöstern anteilig deutlich mehr ausgegeben worden sei. Er betonte die kulturelle Vielfalt unserer Stadt und hob auch auf die Bedeutung für die Wissenschaft ab, so sei Dortmund nach Berlin der größte Standort für digitale Kultur mit eigenem Masterstudiengang.
Für den Stadthaushalt beschrieb er, wie wichtig es für die Stadt sei, nicht unter der Finanzaufsicht der Bezirksregierung zu stehen und welcher (legitimen und legalen!) buchhalterischen Kunstgriffe es gelegentlich bedurfte, das weiterhin sicherzustellen. Er betonte aber auch, dass die Ausgaben der Stadt heute deutlich mehr von Investitionen geprägt seien, hier insbesondere in den Bau von Kindergärten und Schulen, als noch vor Jahren. Dortmund sei eine durchaus vermögende Stadt, auch wenn die konsumptiven Ausgaben nach wie vor über einer Milliarde Euro lägen.
Der Journalist Jens Krömer hatte als die „Brigitte Büscher“ aus „hart aber fair“ (so seine Worte) online Fragen der Besucher gesammelt und trug diese vor.
Nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung standen viele Besucher noch lange beisammen und diskutierten das Gehörte. Es war ein überaus gelungener Vormittag, der Lust machte auf die nächste derartige Veranstaltung.


